Erschwerter Zugang zu Fachärzt:innen verschlechtert Gesundheitsergebnisse

Auf mittlerweile über 61.000 Unterstützer:innen kann sich die Petition für den Erhalt des freien Facharztzugangs zwischenzeitlich berufen. „Wir freuen uns über diese enorme Unterstützung. Für die Repräsentant:innen von Bund, Ländern und Sozialversicherung wäre angesichts dieser Mobilisierung nun der richtige Augenblick, die Debatte über Zuweisungszwang und Gatekeeping zu beenden. Statt hinter verschlossenen Türen über Kostensenkung und Rationierung zu verhandeln, braucht es eine positive Diskussion unter Einbindung aller Gesundheitsberufe und ihrer Interessenvertretungen, um die Patientenwege in Österreich zu verkürzen“, erklärte Orthopäde Florian Mittermayer, Präsident des Berufsverbands Fachärzt:innen Österreich, am Dienstag. Expert:innen aus vielen fachärztlichen Disziplinen solidarisieren sich mit dieser Position. Mittermayer forderte mehr Ehrlichkeit in der Debatte: „Skandinavische und nordische Gatekeeping-Länder werden gerne als Positivbeispiele ins Treffen geführt. Bei genauerem Hinsehen gibt es dort Diskussionen über lange Wartezeiten, Zugänglichkeit und schwindendes Vertrauen ins Gesundheitswesen.“ Das bestätigte auch Elisabeth Heere-Ress, die auf berufliche Erfahrung als Dermatologin im Gatekeeping-Land Niederlande zurückgreift: „Die Zahlen zeigen: Im Vergleich kann Österreich vielfach bessere Gesundheitsergebnisse erzielen als Länder mit Zuweisungszwang und Gatekeeping. In den Niederlanden gibt es beispielsweise keine niedergelassenen Fachärzt:innen - sie arbeiten ausschließlich in Spitälern. Die Folge sind längere Wartezeiten auf Facharzttermine und schlechtere Gesundheits-Outcomes. Genau solche Verhältnisse wollen und müssen wir in Österreich verhindern. Das kann und darf nicht unser Vorbild sein [1]".

Von |2026-06-11T12:57:11+02:00Mai 26th, 2026|Berufsverband Fachärzt:innen Österreich|Kommentare deaktiviert für Erschwerter Zugang zu Fachärzt:innen verschlechtert Gesundheitsergebnisse

Berufsverband Fachärzt:innen Österreich warnt vor Zuweisungszwang und Gatekeeping

Der Berufsverband Fachärzt:innen Österreich warnt vor dem aktuell diskutierten Zuweisungszwang zu Fachärzt:innen. "Man sagt: Steuerung und Patientenlenkung. Man meint: Weniger Kosten und Rationierung. Auf Qualitätssicherung mit medizinischer Expertise wird bei der Debatte um Zuweisungszwang und Gatekeeping nicht vorrangig Rücksicht genommen", betonte Florian Mittermayer, Präsident des Berufsverbands Fachärzt:innen Österreich, am Montag. Gemeinsam mit ihm positionieren sich Expert:innen aus vielen fachärztlichen Disziplinen, u.a. Pulmologin Irene Sperk, Internistin Bonni Syeda, Urologe Mehmet Özsoy, HNO-Ärztin Verena Niederberger-Leppin und die Dermatologin Elisabeth Heere-Ress. "Wir sind davon überzeugt, dass die aktuelle Gesundheitsreformdebatte in die falsche Richtung geht. Zuweisungszwang und Gatekeeping werden die Wartezeiten auf eine gute Behandlung durch Expert:innen verlängern und die Kosten erhöhen. Wir wollen auch zur Transparenz in der Kommunikation beitragen: Skandinavische und nordische Gesundheitssysteme werden gerne als Positivbeispiele ins Treffen geführt. Dabei gibt es auch dort Diskussionen über lange Wartezeiten, Zugänglichkeit und schwindendes Vertrauen ins Gesundheitswesen", so die Fachärzt:innen unisono.

Von |2026-06-11T13:12:44+02:00Mai 18th, 2026|Berufsverband Fachärzt:innen Österreich|Kommentare deaktiviert für Berufsverband Fachärzt:innen Österreich warnt vor Zuweisungszwang und Gatekeeping
Nach oben